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„Es gibt so einen Moment der Anspannung, wenn wir uns begrüßen und dann direkt klarkommen müssen. Sie bestellt Kuchen, ich sage ihr zum Beispiel, welchen wir da haben, welchen Kaffee wir anbieten. So ist das Eis dann gebrochen.“

Deutsch-polnische Schülerfirma – Café „Kaffee zum Glück“

Die deutsch-polnische Schülerfirma „Kaffee zum Glück” ist ein pädagogisches Projekt, das wie ein wirkliches Café aufgebaut ist:

  • Es ist aus der Zusammenarbeit mehrerer Partner im Bereich der Jugendbildung aus Deutschland und Polen entstanden .
  • Im „Kaffee zum Glück“ arbeiten jedes Wochenende abwechselnd mehrere Schüler/-innen aus beiden Ländern. Die Mehrzahl geht auf Spezialschulen, hat Lernprobleme bzw. ist in einem schwierigen Umfeld aufgewachsen.
  • Die Arbeit im Café ist für sie eine Möglichkeit, Berufserfahrung zu sammeln und sich notwendige Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt anzueignen.
  • Die Schüler/-innen kaufen selbst ein, brühen Kaffee auf, bedienen die Gäste, führen Bücher und managen die Firma – auf diese Weise sammeln sie praktische Berufserfahrung.

Die Grundannahmen des Projekts waren:

  • die Möglichkeit, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten,
  • Qualifikationen erwerben, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern,
  • Einführung inklusiver Bildung.

Hauptziel des Projekts (Bildungsform)

  • Berufsorientierung / -vorbereitung
  • Berufsbildung / -lehre
  • Berufliche Ausbildung / Weiterbildung
  • Zusatzqualifikationen erwerben
  • Berufserfahrung sammeln

Vorgehen / im Projekt verwendete Methoden

  • Vorbereitungstreffen: Kennenlernspiele, Sprachanimationen, gemeinsamen Arbeitsplan erstellen, Aufteilung der Aufgaben und Tätigkeiten im Café (Leiter/-in, Buchhalter/-in, Kellner/-in, Küchenhilfe usw.)
  • Weiterbildungskurse und vorbereitende Schulungen für die Gastronomie
  • Sprachkurse
  • Kurs und verpflichtende Prüfung für den Gesundheitsnachweis
  • Floristikkurs
  • Kellnerschulung
  • Buchhaltungskurs
  • Kurs für professionelle Espresso- und Kaffeezubereitung, Barista-Kurs

Aufgetretene Probleme und Lösungsmöglichkeiten

Als Problem stellten sich die unterschiedlichen Schulsysteme in Deutschland und Polen sowie die verschiedenen rechtlichen Regelungen zu Schülertätigkeiten heraus. Im Fall Polens erwies es sich als problematisch, dass der Verein Miteigentümer einer Schülerfirma ist. Bildungseinrichtungen sind in der Regel nicht verpflichtet, eine Firma anzumelden, aber in diesem Fall musste die Bildungsvereinigung Schloss Trebnitz sie registrieren. In Polen ist das Engagement der Schüler/-innen ihrer Firma Zusatzarbeit, in Deutschland Teil des Unterrichts.

Hinweise für andere Organisatoren

Bei einer Firmengründung gilt es einiges zu beachten: Recht, Steuern, Versicherungen, Arbeitsschutz, Organisation bzw. Logistik und vor allem der pädagogische Aspekt. Im vorliegenden Beispiel kam auch noch der internationale Charakter des Projekts sowie die Beteiligung unterschiedlicher Organisationen der Jugendbildung hinzu (schulisch und außerschulisch).

Multimedia - Fotos und Filme

Meinungen der Projektteilnehmer/-innen (Zitate)

  • „Es gibt so einen Moment der Anspannung, wenn wir uns begrüßen und dann direkt klarkommen müssen. Sie bestellt Kuchen, ich sage ihr zum Beispiel, welchen wir da haben, welchen Kaffee wir anbieten. So ist das Eis dann gebrochen.“
  • „Jetzt bin ich tatsächlich offener, kann leichter mit anderen Menschen sprechen – das war zu Anfang eher nicht so.“